1950/51

Wir schreiben das Sportjahr 1950/51.
Ostfriesland jubelt. Denn Kickers Emden wird Meister in der höchsten Amateurklasse. Leider verpassen die Emder in der anhängenden Aufstiegsrunde den Sprung in die Oberliga. Kickers kann sowohl zu Hause als auch auswärts imponieren. Nur 4 Niederlagen bei 18 Siegen bedeuten den ersten Platz vor dem SSV Delmenhorst und BV Werder Hannover. Kickers hat vor allem zuhause ein Supertorverhältnis mit nur 18 Gegentoren. Wer erinnert sich an das deutliche 5:0 gegen Olympia Wilhelmshaven?
Auch in der Verbandsliga wird gejubelt. Germania Leer lässt den FC Norden und den TuS Einswarden hinter sich. Die Germanen geben nur drei Punkte ab. Eine 3:2 Niederlage beim VfL Brake und ein 1:1 gegen den FC Norden zu Hause. Frisia Loga wird zwar Tabellenletzter, aber ein Entscheidungsspiel in der neuen Saison gegen Rastede wird gewonnen, so dass Frisia weiter Verbandsligist bleibt. Aurich, SuS Emden und Heisfelde belegen die Plätze 6, 7 und 8, alle recht ausgeglichen.
In der Bezirksklasse erreichen Stern Emden und der TuS Norderney die ersten beiden Plätze und steigen auf. Emden hat 2 Punkte Vorsprung vor Norderney. Stern lässt zu Hause nur ein 0:0 gegen den FC Loquard zu, Norderney ein 3:3 gegen TuRa Westrhauderfehn. Zwei Aufsteiger belegen die Abstiegsplätze, aber da Wiesmoor in den Bezirk Oldenburg wechselt, und dort in der Bezirksklasse antritt, muss nur Vorwärts Leer absteigen. Die Leeraner verlieren kräftig in Borssum mit 0:16 und schaffen nur in Wiesmoor einen 4:3 Sieg und zu hause ein 1:1 gegen Borssum.
Der MTV Wittmund spielt in der ersten Saison in Oldenburg und erreicht den 4.Platz in der Bezirksklasse. Imponierend ein 7:2 Erfolg gegen den TuS Wangerooge.
In dieser Saison gibt es nur 3 Kreisklassen, da Emden und Norden zusammengelegt haben. Eintracht Hinte und der VfB Norden schaffen in der Kreisklasse Emden/Norden den Aufstieg und lassen Suurhusen, Wolthusen, Greetsiel und Marienhafe hinter sich.
TSV Riepe heißt der Meister und Aufsteiger aus dem Kreis Nordwest und in Leer wird Möhlenwarf mit 9 Punkten Vorsprung vor Concordia Ihrhove Titelträger. Germania Holterfehn wechselt in den Cloppenburger Bereich, Remels ins Ammerland, Strudden nach Friesland. Die Mannschaft vom VfB Oldeborg streicht nach kurzer Zeit die Segel und taucht nach einem 8. Platz in der Kreisklasse Nordwest nicht mehr auf.

1951/52

Wir schreiben das Sportjahr 1951/52.
34 Mannschaften umfasst die Amateuroberliga West unter ihnen Kickers Emden und als Neuling Germania Leer. Nachdem Kickers im Spieljahr vorher Meister geworden war, aber in der Aufstiegsrunde scheiterte, nehmen die Emder diesmal den 9. Platz ein. Immerhin schlagen die Kickers den Vizemeister von Eintracht Nordhorn mit 4:1, haben aber gegen den Meister vom VfB Oldenburg keine Chance: ein 1:5 und 2:8 spricht eine deutliche Sprache. Die Germanen müssen mit vier anderen Clubs die Liga verlassen. Und dass obwohl am Hohe Ellernweg gegen den VfL Oldenburg und die Spielvereinigung Rotenburg ein klares 6:1 gelingt. Eine Klasse tiefer scheitert der FC Norden nur knapp mit 2 Punkten Rückstand am SC Nordenham. Die Nordenhamer geben zu Hause keinen Zähler ab und gewinnen auch in Norden mit 3:2. Dafür haben die Norder die beste Auswärtsbilanz. Weitere 6 Ostfriesen rangieren in der Tabelle aber weiter unten. Stern Emden, VfR Heisfelde Frisia Loga und die SpVgg Aurich belegen die Plätze 7 bis 10. Norderney und SuS Emden belegen die beiden letzten Plätze, wobei aber nur der TuS absteigt. Loga ist noch mit die beste Heimmannschaft, weil die Frisia nur 6 Punkte abgibt.
Die Bezirksklasse wird angeführt von BW Borssum, das mit 11 Punkten vor dem TuS Weener die Meisterschaft erringt. Die Blau-Weißen verlieren nur in Weener, in Larrelt und bei der SV Warsingsfehn. Die beiden letzten Plätze belegen Friesenstolz Riepe und der TuS Borkum, die in die Kreisklassen absteigen. Der SV Wittmund und Germania Wiesmoor treten in Oldenburg an. Wittmund als Siebter und Wiesmoor als Zehnter. Dabei gewinnt die Germania beide Spiele gegen den SV Wittmund.
Im unteren Bereich gibt es nur drei Kreisklassen: Emden/Norden, Nordwest und Leer. FC Norden II und Frisia Emden schaffen den Aufstieg in der Klasse Emden/Norden, die SpVgg Aurich II wird Meister der Kreisklasse Nordwest und in Leer schafft Concordia Ihrhove mit 7 Punkten Vorsprung den Titelgewinn.
1951/52 war die Kreisklasse die von oben gesehen die fünfthöchste Spielklasse.
Aber nicht vergleichbar mit dem Leistungsvermögen der heutigen 5. Liga der Oberliga Niedersachsen, in der sich Kickers Emden schadlos hält.

1952/53

Wir schreiben das Sportjahr 1952/53.
6:1, 7:0, 5:1: drei klare Heimsiege gegen Victoria Oldenburg, Sparta Nordhorn und TuS Varel, aber auch 1:6, und 2:7 gegen Olympia Wilhelmshaven und den VfL Oldenburg: das ist ein Teil der Bilanz des BSV Kickers Emden in der Amateuroberliga West. Kickers belegt den 10. Platz mit 29:31 Punkten. Varel, Nordenham und Gnarrenburg steigen ab, Eintracht Nordhorn als Meister verzichtet auf einen Aufstieg in die Oberliga. Germania Leer als Absteiger will den sofortigen Wiederaufstieg aus der Verbandsliga, wird auch mit 6 Punkten Vorsprung Meister, muss sich allerdings in der Aufstiegsrunde gegen den TSV Verden und die Sportfreunde Oesede geschlagen geben. In Verden und Oesede lauten die Ergebnisse ernüchternd jeweils 0:4.
Dabei verlief die Saison so gut: zu Hause nur eine 2:3 Niederlage gegen VfL Bad Zwischenahn, den Vizemeister. Ein 10:0 gegen BW Borssum, fast 3 Tore pro Spiel geschossen und nur beim Absteiger SuS Emden ein 0:3.
Norden und Stern Emden sind oben angesiedelt, Aurich und Heisfelde im Mittelfeld, Borssum und Loga auf Platz 11 und 14.
In der Bezirksklasse muss ein Entscheidungsspiel den Meister feststellen: die SV Warsingsfehn schlägt nach Verlängerung den TuS Hinte mit 2:1 und steigt auf. Warsingsfehn hat vor allem auswärts die Punkte geholt, Hinte auf dem heimischen Platz.
3 der 4 Neulinge können die Klasse nicht halten: Frisia Emden, FC Norden II und SpVgg Aurich II verlassen nach nur einem Jahr wieder die Bezirksklasse. Nur Ihrhove belegt Platz 12 und schafft den Klassenerhalt. Der FC Loquard scheint eine Heimmacht zu sein und schlägt Collinghorst 10:0 und FC Norden II 12:0, doch dann folgen 7 Heimniederlagen. Der einzige Auswärtssieg der Sportvereinigung gelingt ausgerechnet beim Meister in Warsingsfehn.
Wiesmoor und Wittmund reißen in Oldenburg keine Bäume aus. Sie belegen die Plätze 11 und 12 in der Abschlusstabelle der Bezirksklasse.
Die Kreisklasse Nordwest spielt in 2 Staffeln: Südmeister Komet Walle schafft den Aufstieg gegen Nordmeister TSV Langeoog. Weitere Aufsteiger zur Bezirksklasse sind die Reserve von Kickers Emden als Meister der Kreisklasse Emden/Norden und der TV Bunde, der im Kreis Leer vorne liegt. Die meisten Tore werden in der Nordwest-Staffel Nord erzielt: 6,5 Tore pro Spiel, wobei der TuS Holtriem zweimal mit 1:14 auswärts auf Langeoog und in Dornum verliert.

1953/54

Wir schreiben das Sportjahr 1953/54.
In der Politik kündigt Bundeskanzler Konrad Adenauer ein umfangreiches Sozialprogramm an. Bei der 2. Bundestagswahl erreicht die CDU/CSU 45,2% der Stimmen. Walter Ulbricht wird 1. Sekretär des ZK der SED. Erstmals wird am 17. Juni der Tag der Deutschen Einheit gefeiert.
Hannover 96 wird deutscher Fußballmeister nach einem 5:1 Sieg gegen den 1.FC Kaiserslautern.
Und Deutschland wird überraschend Fußball-Weltmeister in der Schweiz durch ein 3:2 gegen Ungarn.
Im ostfriesischen Fußball belegt Kickers Emden den 9.Platz in der Amateuroberliga West. Kickers kann zu Hause gegen die 4 Erstplatzierten nicht gewinnen schlägt aber den ATSV Nienburg mit 7:0 und den SSV Delmenhorst mit 4:0. Auswärts müssen die Kickers in 15 Partien 44 Gegentore einstecken.
Die Verbandsliga, in der 8 ostfriesische Mannschaften spielen, wird vom SC Nordenham dominiert. Die Mannschaft aus der Wesermarsch schießt 144 Tore, kanzelt Aurich mit 8:2 und Loga gar mit 10:1 ab. Nur dem FC Norden gelingt beim Meister ein 1:0 Sieg. VfR Heisfelde, SV Warsingsfehn und BW Borssum müssen den Weg in die Bezirksklasse gehen. Germania Leer gewinnt zu Hause gegen alle ostfriesischen Mitkonkurrenten.
In der Bezirksklasse wird der FC Loquard mit 8 Punkten Vorsprung Meister vor dem TV Bunde, der als Neuling den beachtlichen Vizemeistertitel erringt. Loquard und Hinte verlieren nur ein Heimspiel. Auswärts können alle punkten, sogar der Absteiger VfB Norden gewinnt beim Dritten TuS Hinte. Germania Wiesmoor erringt in der Bezirksklasse Oldenburg Nord einen Mittelplatz, muss aber beim SV Wittmund, das knapp dem Abstieg entrinnt, mit 3:5 die Segel streichen.
In den drei Kreisklassen schaffen Frisia Emden, SV Wallinghausen und Concordia Neermoor Titel und Aufstieg. In der 1. Kreisklasse Nordwest spielen nur 11, in der 1. Kreisklasse Leer dagegen 20 Mannschaften.
In der Kreisklasse Emden/Norden dominieren die Emder Vereine, die Krummhörn und der Norder Bereich rangieren hinten.
Dem TuS Esens gelingen in der Nord-West Staffel zu Hause in 10 Partien 56 Tore. Der SV Ardorf als Letzter gewinnt nur gegen Langeoog.
20 Mannschaften im Kreis Leer bedeuten 38 Spiele pro Club. 11 der
20 Mannschaften konnten mehr als 100 Tore erzielen und auch 11 Mannschaften kassierten mehr als 100 Tore. Die höchsten Ergebnisse waren das 22:2 vom TuS Detern gegen den SV Bingum und das 2:24 vom SV Stikelkamp gegen den SV Neufirrel. Stikelkamp kassierte insgesamt 235 Gegentore.
Heute ist so etwas kaum möglich, denn viele Spiele von früher kannten keine Abseitsentscheidungen.

1954/55

Wir schreiben das Sportjahr 1954/55.
Heute der Blick von unten nach oben. Die Kreisklasse Leer spielt zum letzten Mal eingleisig. Die Reserve von Germania Leer gibt nur 3 Punkte ab und wird souveräner Titelträger. 175 Tore in 32 Spielen sprechen ebenso eine deutliche Sprache. Es gibt keine Absteiger, da ja in der nächsten Saison zwei Staffeln spielen. Die 1. Kreisklasse Emden hat sich von der Kreisklasse Emden/Norden abgespalten. Kickers II und Stern II schaffen den Aufstieg in die Bezirksklasse. In dieser Staffel werden pro Spiel 5,1 Tore erzielt. Genau das kann auch die Kreisklasse Nordwest vorzeigen. Um die Meisterschaft streiten die Reserven der Sportvereinigung Aurich und von Ostfrisia Moordorf. Im Entscheidungsspiel siegen die Auricher mit 2:1. Riepe zieht die Mannschaft nach dem ersten Spieltag zurück und spielt in der kommenden Spielzeit ebenso wie der SV Simonswolde im Kreis Emden. Mit nur 2 Niederlagen und 5 Unentschieden wird Concordia Suurhusen Meister der Kreisklasse Norden. Die Liste der Heimsiege liest sich so: 6:2, 6:0; 9:2;8:0; 16;1....
Die Bezirksklasse hat mit 18 Mannschaften gespielt. 3 Absteiger in die Kreisklassen heißen TuRa Westrhauderfehn, TuS Weener und SV Wallinghausen. TuRa erst nach einem Entscheidungsspiel gegen Concordia Ihrhove mit 1:2.
Der SV Wittmund rangiert in der Bezirksklasse Oldenburg als 7., vor Germania Wiesmoor. Beide Clubs gewinnen in den Derbys auf des Gegners Platz.
In der Verbandsliga haben Germania Leer und der FC Norden keine Chance gegen den SC Nordenham. Die Mannschaft aus der Wesermarsch hat 8 Punkte Vorsprung vor Germania und dem FC die zweiter und dritter werden. Das Trio Stern Emden, SpVgg Aurich und FC Loquard belegt die Plätze 9, 10 und 11, jeweils mit 27:33 Punkten. Loga hat als 13. genügend Abstand zu den beiden Absteigern aus Oldenburg, Schwarz-Weiß und Polizei SV.
Und unser Vorzeigeteam ist immer noch Kickers Emden, allerdings rutscht der BSV Kickers von Jahr zu Jahr in der Amateuroberliga in tiefere Regionen. Der 11. Platz ist immer noch 6 Punkte vom Abstiegsrang entfernt, doch Kickers verliert zu Hause zu viele Partien. Größter Triumph aber ist das 3:1 gegen Meister und Aufsteiger Eintracht Nordhorn.

1955/56

Wir schreiben das Sportjahr 1955/56.
Politisch wird die DDR von der Sowjetunion zum souveränen Staat erklärt. Marokko und Tunesien werden unabhängig von Frankreich. Der deutsche Bundestag entscheidet sich für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht.
In einer Regierungserklärung formuliert die Bundesregierung die nach Walter Hallstein benannte Hallstein-Doktrin
Sportlich wird Juan Manuel Fangio zum dritten Male Formel-1-Weltmeister.
In Cortina d‘Ampezzo finden die Olympischen Winterspiele statt.
Im deutschen Fußball wird Borussia Dortmund durch einen 4:2-Sieg gegen den Karlsruher SC Deutscher Meister.
Und in Ostfriesland ist Kickers Emden die führende Kraft. In der Amateuroberliga West erkämpften sich die Emder dank ihrer Heimstärke den 11. Platz; auswärts wurde nur in Lingen 2:0 gewonnen.
In der 2. Amateurliga gelingt Germania Leer der Aufstieg. Der Meister der Verbandsliga setzt sich in Aufstiegsspielen gegen Verden, Goldenstedt und den Hannoverschen SC durch. Germania trifft 104 Mal in den Punktspielen. Ostfriesland stellt in der Verbandsliga mit 7 Mannschaften fast die Hälfte der Vereine. Der FC Loquard muss absteigen.
In der Bezirksklasse schaffen die SF aus Larrelt die Meisterschaft und den Aufstieg mit 1 Punkt Vorsprung auf Concordia Neermoor. Beide Teams treffen in 34 Spielen je über 100 Mal. 14 Tore in einem Spiel, das gab es bei Concordia Ihrhove gegen SF Möhlenwarf. Concordia siegte 8:6. Die Vertreter aus dem Harlingerland, Germania Wiesmoor und der SV Wittmund behaupteten sich in der Bezirksklasse Oldenburg Nord.
Zum ersten Mal wurde der Aufstieg in die Bezirksklasse durch eine Aufstiegsrunde der Kreisklassenmeister entschieden, denn im Kreis Leer war die Kreisklasse zweigeteilt worden.
Amisia Wolthusen und TuRa Marienhafe setzten sich gegen TuS Esens, MTV Ditzum und TuS Collinghorst durch. Marienhafe schlug glatt mit 6:0 Esens, unterlag aber in Ditzum mit 2:8.
In der Kreisklasse Norden erstaunt das Auftreten eines FC Norderney, der sich aber schon im nächsten Jahr wieder dem TuS Norderney anschloss.
TSV Riepe und SV Simonswolde spielten im Kreis Emden. In Großefehn gab es noch den SV Eintracht und den TuS Mittegroßefehn. Die Eintracht musste in der Kreisklasse Nordwest nur den TuS Esens vorbeiziehen lassen. In dieser Saison wurden in dieser Kreisklasse viele Spiele abgebrochen und gewertet.
Herausragendes Ergebnis: das 14:0 von Großefehn gegen die SF Lager Sandhorst, wohl dem Vorgänger von TuS Sandhorst.
In den beiden Kreisklassen-Staffeln Leer war der TuS Collinghorst souverän und gab nur 1 Punkt ab, stieg aber dennoch nicht auf.
Einige Mannschaften aus den 50er Jahren gibt es heute nicht mehr, andere Spitzenclubs kicken nur noch unter ferner liefen.

1956/57

Wir schreiben das Sportjahr 1956/57.
Machtwechsel an der Spitze im ostfriesischen Fußball. Der Neuling Germania Leer rangiert vor Kickers Emden. Die Talfahrt von Kickers hält an. Die Germania hat zwar nur 4 Punkte mehr kann sich aber um 5 Plätze vor Kickers positionieren. In den beiden Derbys behält Germania durch einen Sieg und ein Unentschieden knapp die Oberhand. Kickers kassiert in den beiden Spielen gegen den Meister vom VfB Oldenburg satte 15 Gegentore, Germania Leer
nur 5.
Germania Wilhelmshaven verdirbt der Sportvereinigung Aurich die Meisterschaft in der Amateurliga, wie die Verbandsliga nach Umbenennung heißt, und dass obwohl auf dem Ellernfeld den Aurichern ein 6:1 Kantersieg gegen Germania gelingt. Die drei zu Hause abgegebenen Punkte fehlen in der Endabrechnung. Der FC Norden nimmt wieder einen hervorragenden dritten Platz ein, kommt aber für einen Aufstieg nicht in Frage. Stern Emden, Frisia Loga und der Neuling von den SF aus Larrelt haben keine Abstiegssorgen. Nur die Rheiderländer vom TV Bunde erwischt es als Einzigen. Der TV hat 6 Punkte Rückstand zum Vorletzten. Er kann sogar auswärts öfter gewinnen als zu Hause, verliert aber in Wilhelmshaven und Einswarden zweistellig. Die Bezirksklasse ist immer noch die vierthöchste Liga. Und ihr Meister heißt BW Borssum. Die Blau-Weißen wechseln sich mit SuS Emden an der Spitze ab, um am Ende mit
einem Punkt Vorsprung den Aufstieg zu schaffen. Beide Derbys enden 1:1.
Die Neulinge aus Wolthusen und Marienhafe halten die Klasse. Absteigen in dieser 17er Staffel müssen Concordia Neermoor, SF Möhlenwarf und Eintracht Hinte. Wer ein torloses Remis sucht, wird nur einmal fündig: Moordorf trennt sich von Eintracht Hinte mit 0:0.
Wiesmoor wird Vizemeister im Bezirk Oldenburg mit nur 8 Minuspunkten und einem grandiosen 7:0 gegen Meister Frisia Wilhelmshaven. Aber die 4 Auswärtsniederlagen schlagen entscheidend zu Buche. Wittmund läuft als Zehnter ein.
Zum zweiten Mal gibt es eine Aufstiegsrunde der Kreisklassenmeister. TB Twixlum und der SV Petkum setzen sich gegen TuS Esens, TuS Collinghorst und TuS Weener durch. Der TuS Esens hatte sich die Meisterschaft im Entscheidungsspiel gegen Komet Walle geholt, Twixlum hatte 11 Punkte Vorsprung auf den FC Pilsum, Riepe wurde Meister in Emden, verzichtete aber auf einen Aufstieg. In den Kreisklasse Leer stechen die 181 Gegentore des SV Bingum in 26 Spielen ins Auge. Und die Mannschaft muss nicht einmal absteigen.

1957/58

Wir schreiben das Sportjahr 1957/58.
Germania Leer hat die führende Position in Ostfriesland behalten. Die Germanen schließen die Saison in der Amateuroberliga West als Fünfter ab, Kickers Emden entgeht als 14. und Drittletzter nur knapp dem Abstieg. Germania muss zwar zu Hause gegen den Meister Arminia Hannover mit 0:9 die Segel streichen und verliert auch gegen die vor ihr stehenden Clubs zu Hause, hat aber gegen alle anderen Vereine recht souveräne Ergebnisse. Kickers Emden gelingt in beiden Spielen kein Tor gegen die Leeraner.
Die Amateurliga wird von Frisia Wilhelmshaven beherrscht. Die Jadestädter werden mit 50 Punkten Meister. Stern Emden gelingt mit einer fast makellosen Heimbilanz ein stolzer dritter Platz, wobei auch die Auswärtsbilanz positiv ausfällt. Aurich, Loga, Norden, Borssum und Larrelt komplettieren die ostfriesischen Mannschaften, wobei Larrelt am Ende ein Punkt zum Klassenerhalt fehlt. Norden und Borssum ziehen gegenüber dem FSV Jever den Kopf aus der Schlinge, allerdings auch nur durch eine zusätzliche Abstiegsentscheidungsrunde auf neutralen Plätzen.
In der Bezirksklasse steht die Torfabrik in Emden bei Spiel und Sport. 133 Tore in 30 Spielen, davon 75 zu Hause an der Kesselschleuse. Petkum, Warsingsfehn und Heisfelde bekommen jeweils 9 Tore eingeschenkt, Bunde verliert zu Hause gegen SuS sogar mit 4:10. Weit vorne stehen auch die Reservemannschaften von Germania Leer, die Zweiter und die zweite Mannschaft von Stern Emden, die Vierter in der Abschlusstabelle werden.
Moordorf, Kickers II und TuRa Marienhafe steigen in die Kreisklassen ab.
Wiesmoor und Wittmund spielen wieder in der Bezirksklasse Oldenburg Nord. Germania wird sogar Vizemeister mit einem Punkt Rückstand auf den FC Zetel, den die Germania zu Hause mit 7:2 vom Platz fegt. Wittmund belegt einen soliden Mittelfeldplatz, wobei das 10:2 gegen den TSV Abbehausen herausragt.
Die 5 Meister der ostfriesischen Kreisklassen tragen am Saisonende die traditionelle Aufstiegsrunde aus. In Hin-und Rückspielen haben zum Schluss Komet Walle, Concordia Ihrhove und der MTV Ditzum die Nase vorn. RW Emden und Pilsum müssen geschlagen abtreten.
In den Abschlusstabellen der Kreisklassen sticht sofort wieder die hohe Trefferzahl ins Auge. Walle, Großefehn, Moordorf II und SV Neufirrel schießen in der Kreisklasse Nordwest in 32 Spielen mehr als 100 Tore, Pilsum und der SV Hage schaffen dies in der Kreisklasse Norden in 28 Spielen. In der Kreisklasse Leer Staffel II sind es sogar 9 Clubs, die in 32 Spielen die 100-Tore-Marke übertreffen. In der Staffel I auch immer noch 6 Mannschaften. Dem MTV Ditzum gelingen dabei 5 zweistellige Siege mit 22 erzielten Treffern gegen den SV Bingum. Und der VfB Rajen spielt TuS Collinghorst II mit 19:0 an die Wand.

1958/59

Wir schreiben das Sportjahr 1958/59.
Die ostfriesische Rangfolge heißt wieder Germania Leer vor Kickers Emden, Germania als Achter, Kickers als Vierzehnter und Drittletzter der Amateuroberliga West. Die beiden Auswärtssiege bei Falke Steinfeld und dem BV Cloppenburg retten die Klasse für die Emder. Kickers verliert beide Ostfriesen-Duelle.
Nachschub aus der Amateurliga gibt es aus Ostfriesland nicht. Die SpVg Aurich wird mit 8 Punkten Rückstand Dritter. Stern und SuS aus Emden belegen die Plätze 4 und 5. Auch vom Abstieg bleiben die ostfriesischen Vertreter in der Liga verschont. Loga, Norden und Borssum rangieren in der unteren Tabellenhälfte aber TuS Eversten und TuRa Wilhelmshaven gehen in die Bezirksklasse.
Unsere Bezirksklasse sieht wieder ein Meisterschaftsentscheidungsspiel zwischen Germania Leer II und dem TuS Norderney, das die Leeraner mit 3:0 für sich entscheiden. Dem TuS Norderney nützt es nichts, zu Hause nicht verloren zu haben, die mehr erzielten Treffer zählen nicht, mit 13:1 gegen Concordia Ihrhove zu gewinnen ist für die Katz. Allen Mannschaften gelingt mindestens ein Auswärtssieg und bis auf Norderney verlieren auch alle Mannschaften mindestens ein Mal zu Hause. Petkum und Suurhusen beißen in den sauren Apfel des Abstiegs.
Zum dritten Mal nacheinander wird Germania Wiesmoor Vizemeister in der Bezirksklasse Oldenburg, allerdings mit 9 Punkten Rückstand zum Meister, der Reserve von Olympia Wilhelmshaven. Der SV Wittmund kann nur den TSV Abbehausen und TuS Varel II hinter sich lassen, das ist aber der Klassenerhalt.
Kickers Emden II, TuRa Marienhafe, Vorwärts Leer, Ostfrisia Moordorf und TuS Collinghorst tragen als Kreisklassenmeister die traditionelle Aufstiegsrunde in Hin-und Rückspielen aus. Die Reserve von Kickers verliert nur 1 Spiel und steigt auf. Moordorf und Collinghorst haben die besten Heimbilanzen und steigen nicht auf, weil sie alle 4 Auswärtsspiele verlieren. Somit haben Marienhafe und Vorwärts Leer das Glück auf ihrer Seite.
Der Platz in Ostfriesland, auf dem die meisten Tore in den Kreisklassen fallen, liegt in dieser Saison in Neufirrel. Beim SV sind 102 Tore gefallen, 63 für die Heimmannschaft, 39 für die Gegner, und das in 13 Spielen. In der Kreisklasse Nordwest treten zum letzten Mal der SV Eintracht Großefehn und der TuS Mittegroßefehn auf, sie fusionieren zum SV Großefehn.

1959/60

Wir schreiben das Sportjahr 1959/60.
Fangen wir in den unteren Regionen an. TuRa Westrhauderfehn und SF Möhlenwarf werden Meister in den Kreisklassen Leer. Die SF retten einen 1-Punkte Vorsprung vor Teutonia Stapelmoor. TuRa hat immerhin 6 Punkte mehr als Viktoria Flachsmeer. Der TuS Holthusen taucht als Neuling in der 1. Kreisklasse auf. In Emden dominieren Petkum, Oldersum Borkum und RW Emden. Petkum holt den Titel mit 109 geschossenen Toren. Der TuS Esens gibt im Nordwesten nur 6 Punkte ab und verliert in Spetzerfehn, bei der Sportvereinigung Aurich II und in Ockenhausen. Auch Hage rettet einen Punkt vor WT Loppersum in der Kreisklasse Norden. In der Doppelrunde um den Aufstieg gehen Hage und Westrhauderfehn leer aus. Möhlenwarf, Esens und Petkum ersetzen Wolthusen, Ditzum und Vorwärts Leer, die die Bezirksklasse verlassen müssen. TV Bunde wird Meister, hat aber auch nur einen Punkt Vorsprung zum TuS Norderney. Beide Treffen der Spitzenmannschaften enden 2:2 unentschieden.
7 der 16 Mannschaften in der Amateurliga I stammen aus Ostfriesland. Und Stern Emden schafft die Meisterschaft, mit einem Punkt vor TuS Varel. Stern ist auswärts die beste Mannschaft und nimmt so Kurs Richtung Amateuroberliga. Eine Aufstiegsrunde steht im Wege, aber Stern setzt sich gegen Niedersachsen Vechta und den Bremervörder SC durch und steigt mit Sparta Nordhorn auf, vor allem weil auswärts kein Spiel verloren wird.
Frisia Loga ist die treffsicherste Mannschaft nach Varel. Beim 12:4 von Frisia gegen Bad Zwischenahn fallen allein in einem Spiel 16 Tore.
Aurich, Borssum und SuS Emden landen auf Mittelplätzen, während der FC Norden nur im unteren Tabellendrittel einläuft. Die Reserve von Germania Leer muss absteigen obwohl Heimsiege gegen den Tabellenzweiten aus Varel und den Tabellendritten aus Einswarden gelingen. Aber Borssum, Aurich und Loga gewinnen bei der zweiten Mannschaft der Germania.
Und die erste Mannschaft der Germania ist Ostfrieslands beste Truppe. In der Amateuroberliga gelingt der 6. Platz knapp hinter Olympia Wilhelmshaven, aber doch mit 10 Punkten Rückstand auf den Meister, die Reserve von Hannover 96.
Und Kickers? Sie landen auf Platz 9 und haben gegen Germania Leer keine Chance.